| Einschleusen von Wirkstoffen |
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Seit vielen Jahren suchen unterschiedliche wissenschaftliche Disziplinen verschiedene Wege, das stratum corneum zu durchdringen, ohne dieses aber dauerhaft zu zerstören. Verständlich wird dieser Wunsch, wenn man bedenkt, dass man bei besonders hartnäckigen Hauterkrankungen (Mykose, Psoriasis, Neurodermitis, Hautkrebs, etc.) diese oft nur durch systemische Therapien (intravenöse Injektionen oder oral eingenommene Medikamente) bekämpfen kann. Die Nebenwirkungen sind oft größer als der medikamentöse Nutzen. Was liegt da näher, als nach Wegen zu suchen, die Hautbarriere, wenigstens für kurze Zeit, zu überwinden, um den Wirkstoff schnell und gezielt an den Krankheitsherd zu transportieren, zumal dieser oft nicht mehr als 1 bis 2 Millimeter von der Hautoberfläche entfernt ist.
Unsere Haut ist nicht nur unser größtes Organ, sie schützt unseren Körper gegen alle möglichen Umwelteinflüsse wie UV-Strahlen, Kälte, Bakterien, Wasserverlust, etc. Sie ist eine einzigartige Konstruktion, die erst unter dem Mikroskop ihre ganze Vielfalt zeigt.
Man stelle sich nur vor: auf einem Quadratzentimeter hat die Haut: 200 Schmerzrezeptoren, 100 Drucksensoren, 12 Kälte- und 2 Hitzerezeptoren. In der tieferen Dermis finden wir 100 Haarfollikel, 100 Schweißdrüsen und ca. 40 Talgdrüsen pro Quadratzentimeter. Die Hautdicke nimmt von der Geburt bis zu unserem 20. Lebensjahr ständig zu und hält bis etwa zum 60. Lebensjahr eine durchschnittliche Dicke von 1,5 mm. Die wichtige Barrierefunktion gegen „Eindringlinge“ nimmt die oberste Hautschicht, die Epidermis, wahr. Sie hat eine variable Dicke von 0,03 bis etwa 0,12 mm. Sie besteht weitgehend aus sich langsam nach oben verhornenden Schüppchen (Keratinozyten), die sich in einem Zyklus von 2 bis 4 Wochen regenerieren. Die letzte Schüppchenschicht wiederum, stratum corneum genannt, stellt für viele aufgetragene Wirksubstanzen, trotz ihrer Dünne von nur 0,01 bis 0,02mm, eine fast unüberwindliche Sperre dar. Das gilt für viele flüssige und fette Substanzen, insbesondere auch für Kosmetika.
Unsere Firma stellte sich 1999 den Herausforderungen zum schmerzlosen Einschleusen von Wirkstoffen durch das stratum corneum und entwickelte ein einfaches, aber hocheffizientes Gerät, den DERMAROLLER. Dieser besteht aus einer kleinen 2 cm dicken Kunststoffwalze, in die rund 200 winzige Nadeln eingelassen sind. Je nach Therapieziel variieren die Nadeln in einer Länge von 0,15 mm bis 1,5 mm, und je nach Länge haben die Nadeln einen Durchmesser von 0,07 bis 0,12 mm am maximalen Penetrationspunkt. Kleiner geht es kaum noch! Denn selbst die dünnsten Injektionsnadeln sind Rohre im Vergleich zu den feinen Einschleusnadeln des Dermarollers. Im Gegensatz zu Spritzen, die den Wirkstoff durch die Kanüle in tiefere Hautschichten (dermal, subdermal) bringen, transportieren die Mikronadeln des Dermarollers den Wirkstoff auf ihrer Oberfläche durch das stratum corneum in die Dermis. Erreicht wird dieser Transport durch eine spezielle Oberflächenbehandlung der Nadeln.
Zellschädigung und Reparatur durch Mikroneedling Im Jahr 2000 wurden alle Dermarollermodelle im Institut für Pharmakologische Technologie und Biopharmazie an der Phillips-Universtät, Marburg in 2 Studien eingehend auf ihre Wirksamkeit hin untersucht. Nach Offenlegung der überraschend guten Einschleusdaten meldeten wir 2000 den Dermaroller und das Verfahren zum Patent an.
Zur Vermeidung von Missverständnissen möchten wir an dieser Stelle nochmals ausdrücklich darauf hinweisen, dass Kosmetika gemäß den gesetzlichen deutschen Bestimmungen sowie der Europäischen Richtlinie 76/768 rein äußerlich anzuwendende Formulierungen sind. Ein Einschleusen in die Haut, und damit in den Stoffwechselkreislauf, mittels "Einschleusern" wie Ionthophorese, Ultraschall, chemischen Einschleusern (z.B. DMSO) oder Geräten mit Mikronadeln verbieten sich von selbst.
Note: Das Downloaden und Texten und Bildern zu kommerziellen Zwecken ist verboten.
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